Allgemeines zum Karneval

Der Karneval ist eine vom Ursprung her religiöse Festveranstaltung, die ein Mal im Jahr in den ersten Monaten des neuen Jahres über mehrere Tage hinweg begangen wird. Die exakte Lage im Kalenderjahr hängt in erster Linie vom Osterfest ab, da der Karneval genau sechs Wochen vor diesem stattfindet. Das Osterfest wiederum orientiert sich am ersten Vollmond des Frühlings. Historisch bedingt fand vor dem christlichen Osterfest, das der Auferstehung Christi gewidmet ist, eine sechswöchige Fastenzeit statt, in der sich die christliche Bevölkerung verstärkt mit ihrem Glauben auseinandersetzte, um Gott auf diese Weise wieder näher zu kommen. Der Karneval, in anderen Regionen auch Fasching oder Fasnacht bzw. Fastnacht genannt, wurde genutzt, um vor der entbehrungsreichen Zeit des Fastens nochmals ausgelassen feiern, essen und trinken zu können und um die restlichen verderblichen Nahrungsmittel in diesem Zuge zu vertilgen.

Der historische Ursprung des Karnevals

Der eigentliche Ursprung des Festes lässt sich bis auf das 3. Jahrtausend vor Christi Geburt zurückverfolgen. Im damaligen Mesopotamien wurde nach Neujahr, zu Ehren der Hochzeit einer der Gottheiten, ein siebentägiges Fest veranstaltet. In der Folge setzten sich ähnliche Festaktivitäten auch in der Antike, etwa im römischen Reich, durch. Aus dieser Zeit stammt auch der Brauch des Konfettiwerfens, das damals noch aus einzelnen Rosenblättern bestand. Einige der heute bekannten Brauchtümer, wie das Tragen von Kostümen und Maskierungen, stammen möglicherweise zudem von heidnischen, vorchristlichen Ritualen ab, anhand derer die Menschen der damaligen Zeit versuchten, die kalte und lebensfeindliche Jahreszeit des Winters zu vertreiben und welche möglicherweise später mit anderen karnevalistischen Brauchtümern verschmolzen. Im katholisch geprägten Mittelalter setzte sich der Karneval entsprechend der gesellschaftlichen Bedeutung der Fastenzeit ebenfalls verbreitet durch, war aber kein rein kirchliches Fest per se. Im Gegenteil, er wurde vielerorts lediglich geduldet, da er teilweise parodierende und gotteslästerliche Züge annahm und die jeweiligen Machthabenden von den Feiernden verhöhnt wurden. Dies alles war lediglich in der Zeit des Karnevals möglich. Die Reformation stellte die Fastenzeit an sich und damit auch den Karneval in den protestantisch geprägten Regionen in Frage, sodass er dort langsam eine zunehmend weniger starke Rolle einnahm. In den vornehmlich katholischen Regionen ist der Karneval mit leicht abgewandelten Riten und Traditionen bis in die Gegenwart von erheblicher Bedeutung. Aber auch in den evangelischen Teilen Deutschlands und der Welt ist er wieder deutlich erkennbar auf dem Vormarsch.

Begriffsherkunft und Ablauf der Festlichkeiten

Das Wort "Karneval", so wird es zumindest vermutet, leitet sich von der lateinischen Redewendung "carne levare" ab, was so viel wie "Fleisch wegnehmen" bedeutet, und trägt damit bereits einen Hinweis auf die nachfolgende Fastenzeit in sich. Der Begriff wird vordergründig im Rheinland verwendet, darunter in Städten wie Köln, Düsseldorf, Bonn, Aachen oder Neuss. Traditionell wird der Begriff zudem auch im Ruhrgebiet und in Berlin verwendet.
Ein erster Höhepunkt der jährlichen Feierlichkeiten und Startpunkt der fünften Jahreszeit im Allgemeinen ist der 11. November (um genau 11.11 Uhr). Den Hintergrund liefert ein Blick auf das 19. Jahrhundert, in welchem es sich durchsetzte, auch vor dem anderen bedeutenden Fest des Christentums, dem Weihnachtsfest, eine Fastenzeit einzulegen, die in der Folge ebenfalls durch ein ausgelassenes Fest eingeleitet wurde. Der Start in die Karnevalssaison ist ansonsten zumeist der Dreikönigstag am 6. Januar. Den Höhepunkt erreicht der Karneval an dem Donnerstag (auch Weiberfastnacht), der dem Aschermittwoch vorgelagert ist. Vor allem am Rosenmontag und am Dienstag danach findet vielerorts eine Vielzahl an bedeutenden Karnevalsveranstaltungen statt. Der Dienstag bildet zudem den offiziellen Abschluss des Karnevals, bevor mit dem Aschermittwoch die traditionelle über vierzig Tage andauernde Fastenzeit anbricht, die schließlich am Ostersonntag endet. In einigen Regionen findet der Karneval beziehungsweise die Fasnacht erst später statt. Als Beispiel kann hier etwa die Basler Fasnacht herangezogen werden, die erst in der Woche nach dem Aschermittwoch ihren eigentlichen Höhepunkt erreicht.
Die Festtage des Karnevals sind im Übrigen keine gesetzlichen Feiertage. Als sogenannte "Brauchtumstage" haben sie aber eine solch überragende traditionelle und kulturstiftende Bedeutung für die jeweilige Region, das den Arbeitnehmern oftmals aus Kulanzgründen freigegeben wird.

Weitverbreitete Brauchtümer

Im deutschsprachigen Raum sind vor allem das Rheinland, Südhessen, die Lausitz, Baden, die Gegenden um Münster, Mainz und Würzburg sowie die schweizerischen Städte Basel und Luzern absolute Schwerpunkte des Karnevals, Faschings oder der Fasnacht.
Wie bereits kurz angeführt, spielen eine Vielzahl an Bräuchen, wie das Verkleiden, Maskieren und Schminken, das Verhöhnen politischer und kirchlicher Amts- und Würdenträger durch Reden, lustige Sprüche und Wagenkonstruktionen aller Art sowie das Werfen von Konfetti, eine wesentliche Rolle während der Feierlichkeiten. Was die Kostümierung betrifft, ist der Vorstellungskraft im Prinzip keine Grenze vorgegeben. Alljährlich sehr beliebt sind Verkleidungen als Pirat, Cowboy oder Prinzessin. Darüber hinaus sind auch historische Personen, Märchen- oder Fantasiefiguren, Superhelden, Menschen des aktuellen Weltgeschehens und aus den Bereichen Kultur und Unterhaltung, Träger bestimmter Berufe und sogar Tiere, Dinosaurier und Gegenstände als Vorbilder denkbar. Traditionellere karnevalistische Verkleidungen wären etwa Harlekin-, Hofnarr- oder Pierrot-Kostümierungen. Von einiger Wichtigkeit sind zudem die Wagenumzüge am Rosenmontag und dem Dienstag (Fastnachtsdienstag) darauf, die mit ihren parodierenden Aufbauten durch die Städte fahren. Auch die traditionellen Narrenrufe, die sich lokal sehr stark unterscheiden, "Alaaf" und "Helau" sind wohl die bekanntesten, gehören zum Treiben während des Karnevals dazu. Weit verbreitet ist auch die Tradition des, vom zuständigen Gremium gewählten, Faschings- oder Karnevalsprinzens, der während seiner Amtszeit gemeinsam mit seiner Prinzessin, quasi das Narrenoberhaupt darstellt und sowohl an der Organisation beteiligt ist als auch repräsentative Funktionen wahrnimmt. Die Brauchtümer unterscheiden sich insgesamt allerdings stark von Region zu Region. Diese haben die unterschiedlichsten historischen Hintergründe, sodass hier nur ein recht verallgemeinernder Überblick entstehen kann.